Deutsche Feuerwehren beteiligen sich an der Video-Aktion Cold Water Challenge. Einige Kameraden übertreiben es jedoch mit der Umsetzung und gefährden sich dabei selbst. Die Hanseatische Feuerwehrunfallkasse (HFUK) Nord betrachtet diesen Trend mit Bedenken und weist auf die Gefährdung der eigenen Gesundheit und den mangelnden Versicherungsschutzes hin.

Nicht ungefährlich. Der Wasserstrahl aus einem Strahlrohr kann schwere Verletzungen verursachen. Wir nominieren die Feuerwehren…”, so lautet der herausfordernde Aufruf in den Videoclips. Eigentlich soll es dabei um Spaß, Kameradschaft, Kreativität und auch einen guten Zweck gehen. Doch der Schuss ging mancherorts nach hinten los. Denn in Sachen Kreativität sind einigen Teilnehmern offenbar keine Grenzen bekannt.

Die Nominierten schaukeln sich gegenseitig regelrecht hoch. Einige Wehren bekamen mit ihrer gut gemeinten Aktion sogar ordentlich Ärger – wie die Feuerwehr Dorsten (Kreis Recklinghausen):  “Cold Water Challenge-Videos in Dorsten verboten”.

Die HFUK Nord sieht bei den nassen Aktionen ein stark erhöhtes Gefährdungspotenzial und nennt als Beispiel den Beitrag einer Berliner Feuerwehr, bei der ein Feuerwehrmann von zwei Seiten mit Vollstrahl bespritzt wird. Die Versicherung stellt klar, dass es sich bei den Challenges nicht um Pflichtaufgaben der Feuerwehren handeln würde, sondern um “Jux, Gaudi oder Klamauk”. Somit besteht für die Teilnehmer auch kein dienstlicher Versicherungsschutz. Erst vor wenigen Wochen hatte die HFUK Nord eine Kampagne gestartet, bei der vor der Gefahr durch Löschwasserstrahlen bei Wasserschlachten und Einsätzen gewarnt wird. Feuerwehrmagazin.de berichtete: “Unfallkasse: Drastisches Video als Warnung”.

Aus diesem Anlass fordert die Unfallkasse nun alle Wehrführungen auf, ihre Mitglieder auf die Gefahren hinzuweisen und gefährliche Aktionen zu unterbinden. (Symbolfoto: Thomas Weege)

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